Gallen

Gallen ( Gelenksgallen)

 

Gallen sind beulenartige Verdickungen an den Gelenken, wobei eine Umfangsvermehrung der synovialen Strukturen eines Gelenkes zugrunde liegt, welche wiederum durch eine entzündliche Vermehrung der Synovia hervorgerufen wird. Im Gelenk haben sich meist Splitter von Knochen oder Knorpel gelöst, sind nun innerhalb des Gelenkes frei beweglich und reizen die Gelenkschleimhaut, die daraufhin vermehrt o.g. Synovialflüssigkeit erzeugt um Reibung zu minimieren und uneingeschränkte Funktion des jeweiligen Gelenkes wiederherzustellen.

Ein ständiger Druck von außen, z.B. bei zu eng anliegenden Bandagen kann ebenfalls eine Vermehrung der Gelenkflüssigkeit im Gelenksinneren veranlassen, generell sind exogene traumatische Einflüsse bei der Entstehung von Gallen zu berücksichtigen, wie bspw. Langer Transport im engen Hänger, Stöße gegen Hindernisse beim Springen, Stöße oder Druck der Eisen gegen Gelenke der anderen Gliedmaße etc.

 

Unsachgemäßes Reiten und Überbelastung können als Ursache ebenfalls in Betracht gezogen werden.

Gallen können die Größe von Bällen annehmen, man kann entweder weiche oder harte Gallen tasten, wobei  unter der Haut verschiebliche, weiche Gallen in der Regel harmlos sind , harte Gallen können hingegen bei verschiedenen Bewegungsausführungen hinderlich sein und entzündliche Reaktionen hervorrufen.

Bestehen Gallen über einen langen Zeitraum können sie verhärten, dies geschieht durch Einlagerung von Bindegewebe.

 

Vor allem sind Gallen an den Sprung,-Fessel,-oder Kniegelenken lokalisiert.

Man unterscheidet anhand ihrer Lokalisation namentlich zwischen:

 

  • Sprunggelenkgalle
  • Kreuzgalle
  • Stollbeuge
  • Piephacken
  • Fesselgelenksgalle
  • Kurbengalle
  • Knieschwamm
  • Genickbeule
  • Eiergalle

 

Klinisches Bild von Gallen

  • Schwellungen
  • lokal erhöhte Temperatur
  • Lahmheit
  • Berührungsempfindlichkeit
  • Schmerzen

 

Behandlung von Gallen

Generell: moderate, regelmässige Bewegung !

 

Veterinärmedizin:

  • entzündungshemmende Medikamente
  • schmerzlindernde Medikamente
  • Cortisoninjektion
  • Hyaluronsäure-Injektion
  • Gelenkspülungen mit isotonen Lösungen

 

 

 

Naturheilkunde:

  • Umschläge mit Arnica und Rhus tox.
  • Beinwell, Mädesüß wirken entzündungshemmend und blutreinigend

 

Homöopathie:

  • Natrium sulfuricum D6
  • Ferrum phosphoricum D12
  • Strontium Carbonicum C200 ( 1 mal täglich/5 Tage)
  • Silicea C 200 ( 1 mal täglich/ 7 Tage)
  • Kalium Bichromicum C30 ( 1 mal täglich / 10-18 Tage)
  • Ruta C200 ( 2 mal täglich 5 Tage)
  • Bryonia C30 ( 4 mal täglich / 3 Tage)
  • Apis C30 ( 4 mal täglich / 3 Tage)
  • Rhus toxicodendron C 1000 ( 1 mal täglich/ 5 Tage)

DSLD – Fesseltraegerentzuendung

Fesselträgerentzündung ( Degenerative Suspensory Ligament Desmitis / DSLD)

 

Degenerative Entzündung des Fesselträgers wird auch DSLD genannt.

 

Vermutungen besagen, dass ein Gendefekt für dieses selten auftretende Krankheitsbild verantwortlich ist und somit vererbt wird. Die Rasse Paso Peruano ist beinah die einzig betroffene Rasse, deren Vorfahren und deren Einkreuzungen können den Gendefekt von Generation zu Generation weitergeben und verbreiten.

 

Eine andere für dieses Krankheitsbild prädestinierte Gruppierung sind Rennpferde, die durch ein Trauma oder Überlastung bleibende Schäden am Fesselträger erlitten haben, sowie ältere Pferde und Zuchtstuten. Bei diesen ist das Gendefekt nicht verantwortlich zu machen für den Ausbruch der Entzündung.

 

Grundsätzlich kommt es bei der DSLD über Jahre zu einer progressiven Verschlimmerung der Entzündung die letztendlich zu einer Verkrüppelung des Fesertträgers führt.

Diese Art Rückbildungsprozess entsteht durch dauerhafte Entzündungen und irreversible Schädigungen des Zellgewebes.

Beide Hinter- oder beide Vorderbeine können betroffen sein.

 

Klinisches Bild einer Fesselträgerentzündung

 

Dieser dauerhafte Krankheitsprozess lässt sich in verschiedene Stadien einteilen denen charakteristische Symptome zugeordnet werden können.

 

Anfangsstadium:

  • Rückenschmerzen
  • Wesensveränderungen / Apartheit
  • Steifigkeit
  • leichte Schmerzen

 

Mittleres Stadium:

  • Koordinationsstörungen ( Pferde verlieren Standsicherheit auf drei Beinen)
  • zunehmende Steifheit
  • mittlere Schmerzen

 

Fortgeschrittenes Stadium:

  • Verdickung des Fesselkopfes
  • Lahmheit
  • verringerte Bewegungsaktivität
  • Schmerzen

 

Endstadium:

  • vermehrtes einnehmen von Schonhaltungen
  • starke Schmerzen
  • Lahmheit / totale Bewegungsunlust oder Verweigerung

 

Behandlung Fesselträgerentzündung

 

Es existieren keine sicheren Behandlungsmethoden und Ergebnisse durch gezielte Therapieanwendungen.

Wird das Schmerzempfinden gemindert oder gar abgeschaltet, vermag es dennoch nicht, den  Prozess von DSLD aufzuhalten!

 

Mögliche Therapieansätze:

Veterinärmedizin:

  • entzündungshemmende Medikamente
  • Schmerzmittel

 

Naturheilkunde:

  • Akupunktur
  • moderate Bewegungstherapie

Arthrose

Arthrose beim Pferd

Die Arthrose beim Pferd ist eine degenerative, chronische Gelenkerkrankung die durch Abnutzung und Verschleiß der betroffenen Gelenke entsteht mit Folge einer starken Funktionseinschränkung. Beim Prozess des Verschleißens sind zuerst jene knorpelhaften Gelenkteile betroffen, können ihre Pufferfunktion nicht mehr / oder nicht mehr vollständig ausüben. Der Abrieb betrifft somit im weiteren Verlauf die knöchernen Gelenkelemente. Die Gelenkflächen sind durch Verformung inkongruent, reiben aufeinander, eine Regeneration auf Ausgangsniveau bleibt aus. Als Folge dessen sind starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen vorhersehbar und unumgänglich, ebenso wie Entzündungsreaktion am betroffenen Gelenk.

Ein arthrotischer Prozess kann nicht aufgehalten werden, gekennzeichnet durch seinen irreversiblen,  progredient verschlechternden Verlauf, eine Heilung bzw. Wiederherstellung des Gelenkes in seiner uneingeschränkten, gesunden, physiologisch wertvollen Form gilt als ausgeschlossen.

Oftmals sind chronische Fehlbelastungen des Pferdes über langen Zeitraum und fehlende natürliche Gymnastizierung, ebenso wie Gelenkfehlstellungen ( z.B. X-Bein, O-Bein) sowie Übergewicht bei mangelnder gelenkstützenden Muskulatur, Wirbelkörperdeformationen und Fehlernährung als Ursachen für eine Arthrose in Betracht zu ziehen.

Traumatische exogene Einwirkungen wie z.B. Stöße, Stürze, etc. können das Gelenk zusätzlich vorschädigen und für arthrotische Veränderungen begünstigen.

Betroffen sind insbesondere die großen Gelenkketten, sowie die Wirbelsäule ( z.B. Facettengelenkarthrose).

 

Klinisches Bild der Arthrose

 

  • Lahmheit
  • geschwollene und schmerzende Gelenke
  • Berührungsempfindlichkeit
  • Gelenkergüsse
  • Überhitzung der Gelenke und weitere Entzündungszeichen
  • Bewegungsunlust
  • schwungloser, kraftminimierter Gang
  • steife Bewegungsmuster
  • vermehrtes Stolpern
  • sozialer Rückzug, Isolation
  • Führigkeitsprobleme, gerade bei Wendungen

 

Allgemein verstärktes Auftreten der Symptome bei feuchtem und kaltem Wetter! (Wichtig für die Wahl der Mittel bei klassischer Homöopathie!)

 

Diagnose der Arthrose

 

  • klinische Untersuchung in Ruhe und während Belastung,
  • Röntgen, bildgebende Verfahren ( MRT, CT, KST ), Szintigraphie
  • Provokationsproben ( Beugeprobe und Brettprobe)
  • diagnostische Injektionen
  • diagnostische Arthroskopie
  • Arthrosonographie

 

Behandlung der Arthrose beim Pferd

Allgemein: „ Vorbeugen ist besser als heilen“, d.h.es existieren aufgrund der o.g. krankheitsspezifischen Gegebenheiten keine Chancen auf Heilung der Arthrose beim Pferd. Eine Behandlung der Arthrose ist daher eher dahingehend orientiert, symptomatisch anzusetzen und eine möglichst langanhaltende Schmerzfreiheit / Schmerzminderung und somit Verbesserung der Lebensqualität zu erzielen. Es kann der Versuch unternommen werden, mit gezielten individuellen Therapieansätzen das Fortschreiten der Krankheit des Pferdes zu verlangsamen oder temporär aufzuhalten.

Veterinärmedizin

  • Nichtsteroide Antiphlogistika
  • intraartikuläre, intramuskuläre Injektionen
  • Hyaluronsäure
  • Kortikosteroide ( auch kombiniert mit Hyaluronsäure intraatrikulär appliziert)

 

Naturheilkunde

  • Futterzusätze ( Kalzium, Vitamin C, E, B1, B6 und B12)
  • Grünlippmuschelextrakt
  • Blutegeltherapie
  • Hagebuttenpulver
  • orthomolekulare Medizinprodukte ( Selbstheilungskräfte aktivieren)
  • Glukosaminglykane ( GAGs)
  • Gabe von Omega 3 Fettsäuren
  • Kieselerde
  • Chrondroitinsulfat
  • Gelatine
  • Traumeel als Tabletten, Tropfen oder Injektionslösung,
  • Einreibungen mit Beinwellessenz, Umschläge mit Beinwell

 

Phytotherapie

  • Teufelskralle
  • Ingwer
  • Weißenrinde
  • Ackerschachtelhalm

 

Homöopathie

  • Bryonia D2-D3
  • Nux Vomica D6
  • Rhus toxicondendron
  • Ruta graveolens
  • Calcium floratum
  • Hekla lava
  • Symphytum

 

Nackenbandverkalkung

Die Nackenbandverkalkung beim Pferd

 

Verkalkung der beiden Genickschleimbeutel im Bereich des Nackenbandes, mit unklarer Ursache.

Häufig betroffen sind Dressur- und Springpferde aller Alters- und Leistungsklassen.

Als mögliche Ursache wird über eine zu enge Haltung im Genick beim Einreiten als Jungpferd spekuliert, was jedoch bislang weder bestätigt ist noch als nachgewiesen gilt.

Eine Nackenbandverkalkung kann zu einer dauerhaften Beeinträchtigung des Leistungsverhalten und der Reitbarkeit werden, Therapieresistenz kann nicht selten zur vollkommenen Unbrauchbarkeit bei Reit- und Sportpferden führen.

 

Diagnose der Nackenbandverkalkung:

 

röntgenologische Veränderungen im Bereich der Halswirbelsäule

 

Klinisches Bild der Nackenbandverkalkung:

 

  • Bewegungseinschränkungen im Bereich der Halswirbelsäule
  • Steifheit
  • Schwellungen im Bereich der Halswirbelsäule
  • Schmerzen
  • Koordinationsverlust
  • Abwehrreaktionen gegen Zügelführung
  • Entzündungen der Schleimbeutel
  • Versteifung durch Verkalkung & verminderte Bewegung
  • Bewegungsunlust bis hin zur Verweigerung
  • Ataxie

Behandlung der Nackenbandverkalkung:

 

Es liegen nur wenige verlässliche Ergebnisse zur Behandlung von Nackenbandverkalkungen vor.

Grundsätzlich bieten sich folgende Therapieansätze an:

 

Veterinärmedizin:

 

  • extrakorporale Stoßwellentherapie
  • ultraschallgekoppelte, extrakorporale Stoßwellentherapie

 

Naturheilkunde:

 

  • Akupunktur
  • Blutegeltherapie

 

Interdisziplinär:

 

 

Ergänzend: Bei einer Nackenbandverkalkung ist das Hufschmied-Intervall um mindestens eine Woche zu verkürzen, um perfektes Abrollen der Vorderzehen gewährleisten zu können!

Sommerekzem

Das Sommerekzem ist eine Hauterkrankung bei Pferden, die vermehrt in den Monaten April-Oktober in Erscheinung tritt.

Pferde und Ponys der unterschiedlichsten Rassen sind gleichermaßen betroffen.

Als Hauptursache gelten Stiche der sog. Gnitzen oder Kriebelmücken, wobei  nicht der mechanische Reiz durch den Stich , sondern die allergische Reaktion auf die Speichelsekrete der Mücke das Auftreten des Ekzems evoziert.

Grundsätzlich sind aber endogene (innere) wie exogene (äußere) Faktoren zu berücksichtigen, die dieses Krankheitsbild charakterisieren. Stoffwechselstörungen, Stress und Überempfindlichkeiten sind ebenso beeinflussend und zeigen die tatsächliche Komplexität der Erkrankung, die der Neurodermitis beim Menschen von der Symptomatik her sehr zu ähneln scheint.

Eine genetische Disposition in Form von Vererbbarkeit der Veranlagung / Allergieneigung zum Sommerekzem kann nicht ausgeschlossen werden.

Beim Pferd sind die Körperstellen mit senkrechter Behaarung wie Schweifrübe und Mähnenkamm am häufigsten betroffen.

Die dämmerungsaktiven Mücken begründen die Unruhe betroffener Pferde in den frühen Morgen, -sowie späten Abendstunden.

Klinisches Bild:

  • Panik bei heranfliegenden Kriebelmücken
  • innere Unruhe in Abendstunden
  • starker Juckreiz -> dadurch scheuern an harten Gegenständen ohne Unterlass bis wunde, kahle Stellen entstehen
  • Schwellungen am Haaransatz
  • Haarausfall

Achtung! Ähnliche und teilweise identische Symptome zeigen sich auch bei anderen Krankheitsbildern, wie z.B. Wurm,-und Ungezieferbefall, Pilzerkrankungen, als Folge von Mineralstoffmangel oder Mangel an Spurenelementen!

Diagnose:

Klinisches Bild, durch Blutbild Ausschluss anderer möglicher Krankheitsbilder

Behandlung:

Allgemein:

  • eingeschränkter Weidegang( Morgen und Abendstunden aussparen)
  • artgerechte Bewegung
  • Ekzemerdecke mit Hals und Brustteil und ggf, Kopfteil für Ekzemer
  • zur Fliegenabwehr Sprays oder Gels verwenden

Fütterungsempfehlung:

  • Verzicht auf eiweissreiches Futter
  • Spezialfuttermittel für Ekzemer verwenden
  • Kräuterzusätze wie Algenmikronat beimischen

 

Veterinärmedizin:

  • Kortikosteroide
  • Histamine
  • Einreibungen mit Lotionen und Ölen
  • Behandlung eventuell vorhandener Sekundärinfektionen

Homöopathie:

  • Arsenicum album in ansteigender Potenz, – Sulfur C30 (jeden dritten Tag 10 Tropfen),
  • Acidum fluoricum D6, -Berberis D6 ( bei nässenden Ekzemen),
  • Alleosal: Apis mellifica C6, Arsenicum jodatum C12, Urtica urens C6 ( subkutan injiziert)
  • Dermisal: Sulfur C 30 (subkutan injiziert)
  • Einreibungen mit Öl, geeignet ist Fischöl gemischt mit Pflanzenöl oder auch geruchsneutrales Babyöl

Alternative Behandlungsmethoden:

Eine direkte Behandlungsmethode des frischen Stichs der Kriebelmücke aus dem Humanbereich ist die Nutzung von Wärme. Hier kommt „Bite away“ bspw. zum Einsatz. Komplett ohne Chemie wird durch die lokale Erhitzung des frisch gestochenen Bereiches (Gerinnung der Proteine). Wird beim Menschen bei der DLRG eingesetzt.In der TCM wird kann hier eine Art  Moxibustion verwendet werden. Der Juckreiz ist durch die punktuelle Wärmebehandlung sofort weg und das Scheuern des Pferdes mit dem Hang zum Sommerekzem entfällt natürlich.

Mauke

Mauke  (Fesselekzem / bakterielle Hautentzündung in der Fesselbeuge)

Verantwortlich sind verschiedene, unspezifische Erreger, am häufigsten betroffen sind Pferderassen mit langem Fesselbehang wie z.B. Friesen, Tinker, versch. Robustrassen, die an den Fesseln rassebedingt eine unnatürlich hart verhornte Haut haben,, diese starke Hornhautbildung stört somit den gesunden Feuchtigkeitshaushalt dieser Pferde, Risse oder kleinste Störungen in der Haut begünstigen das Einnisten der Erreger. Als zusätzlich förderlich für Mauke gelten unpigmentierte Fesseln ( weiße Abzeichen). Ein vermehrtes Auftreten ist zudem saisonal in den Wintermonaten zu beobachten, dauerhafte kalte Nässe gilt dafür als verantwortlich, spontane Heiliungstendenz eher selten zu sehen daher neigt zur Chronifizierung.

 

Klinisches Bild:

Wunde, stark juckende, gerötete Haut; übelriechendes Sekret; harte, schorfige Krusten, in denen sich die Entzündung nach untenhin ausbreitet, es entstehen tiefe Löcher, die Beine schwellen in diesem Stadium an, Bewegung fördert Rückgang der Schwellungen; durch die Schwellung entstehen Schmerzen und das Pferd kann lahmen; durch chronischen Entzündungsreiz können über langen Zeitraum die obersten Hautschichten vollständig zerstört werden;

 

 

Behandlung:

Allgemein: Hygiene der Fesselbeuge intensivieren,  Krusten mit fetthaltiger Salbe einreiben, Wunden desinfizieren ( z.B. mit Jod), Verzicht auf Bandagen und Gamaschen, moderate Bewegung,


Veterinärmedizin:

 

Labor:  und Blutbild können mehrere Bakterienarten differenzieren, neben Bakterien kommen Pilze, Milben, Allergien und Viren in Frage, sodann kann anhand der Ursache gezielte Therapie erfolgen wie z.B. Antibiotika, Waschungen mit Mediakemtenlösung etc…

 

Häufig vorkommende kombinierte Infektion verlangt kombinierte Therapieansätze

 

Homöopathie:

Einreibung mit Traumeel-Salbe,Aloe Vera, Ringelblumensalbe, Teebaumöl, Kamilleextrakt,        Retterspitz-Heilsalbe, Sulfur C30 ( täglich 10 Globuli),

Thuja D 12 ( 3 mal täglich ), Panalog ( Kortisonhaltige Salbe),

 

Prophylaxe:

 

Bei Mauke sind die Haltungsbedingungen zu optimieren; d.h. Vermeidung von feuchtem Einstreu; regennasse Weiden ebenso vermeiden wie matschige Paddocks; häufigeres Misten bei Boxenhaltung; Hygienebedingungen grundsätzlich verbessern; zu langen Fesselbehang pflegen und ggf. kürzen;

– kleereiche, fette Weiden meiden

Hilfreich sicher auch die 10 Tipps bei Mauke

 

 

 

Ladendruck

Im weiteren Sinne zählt der Ladendruck zu den Erkrankungen des Pferdes, im engeren Sinne ist es eher als unsachgemäße Behandlung des Pferdes zu bezeichnen.

Die Lade befindet sich im Maul des Pferdes, im Unterkiefer zwischen Schneide,-und Hackenzähnen, dieser zahnlose Raum ist einerseits sehr empfindlich, andererseits werden eben dort Trense und Mundstücke gut angelegt werden, was bei nicht geeignetem Material den Ladendruck auslösen kann. Eine Erkrankung liegt in dem Sinne vor, als dass dadurch eine Entzündung ( akut oder chronisch ) entstehen kann, präzise gesagt handelt sich im medizinischen Sinne also um eine mechanisch ausgelöste, lokale Mundschleimhautentzündung.

Als Auslöser des Ladendruckes können also falsch sitzende oder unpassende Mundstücke ebenso gesehen werden wie harte und heftige Zügelführung.

 

Klinisches Bild:

Entzündete Mundschleimhaut; offene, blutige Wunden; eitrige oder blutige Geschwüre; nicht selten Knochenaufreibungen; Schmerzen; Wehrhaftigkeit gegen Anlegen der Zäumung, Überreaktion bei Zügelführung, Empfindlichkeit im Diastema erhöht

 

Behandlung:

Grundsätzlich besteht die Therapie aus der Vermeidung der Ursachen!

 

Veterinärmedizin:

ratsam ist eine Behandlung durch einen auf Pferde spezialisierten Zahnarzt/ Pferdezahnarzt/ Horse Dentist

 

Naturheilkunde / Homöopathie:

– Traumeel als Tablettenform ( bis zu 10 Stück am Tag)

– Traumeelsalbe im Mund einreiben ( mehrmals am Tag)

 

Prophylaxe / Vorbeugung:

 

Auf eine sanftere Zügelführung ist zu achten bei gut sitzenden, der Größe und Beschaffenheit des jeweiligen Pferdemauls angepassten Mundstücks.

Ruhephasen für das Pferd einplanen (gilt besonders für Schulpferde, Kutschpferde),

regelmäßige Kontrolle des Zahnfleisches, auch zwischenzeitliches reiten mithilfe Trense ohne Mundstück (bei guter Führigkeit) zu empfehlen

 

Equines Sarkoid

Equines Sarkoid ( ES)

Häufigster Hauttumor bei Pferden, lokale, aggressive Tumore, die lediglich äußerlich angesiedelt sind, daher vermehrt ein kosmetisches Problem darstellen, aber nicht die inneren Organe betreffen, d.h.sie metastasieren (verbreiten) sich nicht nach innen, neigen aber stark dazu zu rezidivieren und können sehr schnell nachwachsen.

Am meisten sind schwach behaarte, dünnhäutige Körperpartien betroffen, wie z.B. Ohr, Augenlider, Achsel, Schlauch

Verantwortlich für die Erkrankung ist das sog. „Bovines Papilloma-Virus“, welches über bereits kleinste Hautwunden eindringen kann.

 

Allgemein wird zwischen sechs verschiedenen Formen des Equinen Sarkoids anhand des klinischen Bildes oder histopathologischen Untersuchungen unterschieden:

 

Occultes (verdecktes ) Sarkoid:

Oberflächlichstes und am wenigsten aggressives Erscheinungsbild mit rauhen, haarlosen und runden Hautveränderungen, miteinhergehend leichte Hautverdickung.

 

Verrucöses ( warzenartiges) Sarkoid:

Warzenartige Veränderungen der Hautoberfläche, neigt zu Krustenbildung, wenig aggressiv.

 

Noduläres ( faserbildendes) Sarkoid:

Knoten der Haut oder Unterhaut, meist klar abgegrenzt und manuell gegen das übrige Gewebe verschiebbar

 

Fibroblastisches ( faserbildendes ) Sarkoid:

Gekennzeichnet durch feuchte, blutige Oberfläche, Tumor hat fleischartiges Aussehen der zu schnellen und unkontrolliertem Wachstum neigt, ist eine aggressive Form und kann sich aus anderen Sarkoidformen entwickeln/ transformieren

 

Malevolentes ( bösartiges) Sarkoid:

Strangartige und kotig verdickte Hautveränderungen sichtbar, sehr aggressive Sarkoidform, gekennzeichnet durch das Wachstum in den Lymphbahnen

 

Gemischtes Sarkoid:

Als wenig aggressiv eingestufte Sarkoidformen können nahtlos in aggressive Formen übergehen, eine klare Zuordnung zu einer der o.g. Sarkoidformen ist sodann nicht mehr möglich, genaue Beobachtung seitens der Pferdehalter ist vonnöten.

 

Klinisches Bild:

Allgemein für alle Sarkoidformen gelten folgende Symptome als klassifizierend:

Hautveränderungen jeglicher Art, die sich schuppig, kreisrund angegrenzt oder als kleine Warze beobachten lassen, dabei ist es unabhängig ob diese an der Hautoberfläche und direkt unter der Haut angesiedelt sind.

 

 

Behandlung:

Veterinärmedizin:

die komplette Entfernung des Tumors sollte umfassend und schnellstmöglich vorgenommen werden, unterschiedliche Operationsmethoden kommen individuell der Sarkoidform, der Lokalisation, Größe des Tumors entsprechend zum Einsatz.

Oft kann es selbst nach erfolgreicher Operation zu erneuter Bildung des Tumors kommen, ggf. sogar in einer aggressiveren Form. Je kleiner und weniger aggressiv der Tumor erscheint und je früher er behandelt , also entfernt wird, desto besser stehen die Heilungchancen des Hautkrebses dauerhaft, was aber kein behandelnder Arzt garantieren kann.

Naturheilkunde:

  • Aloe Vera-Saft (pur ) wird täglich auf das Sarkoid aufgetragen,
  • Teebaumöl täglich einreiben , kann Sarkoid zum schrumpfen veranlassen
  • Vitamin C hochdosiert ist bei angegriffenem Immunsystem hilfreich, bekämpft freie Radikale
  • Akupunktur
  • Salbe „XX-Terra & COMP X“, erhältlich in den USA oder über Internet, Wirkstoff Kanadischer Blutwurz und Zinkpaste, täglich äußerlich angewendet bringt Sarkoid zum abfallen
  • Acidium Nitricum D30, 2 mal wöchentlich 10 Tabletten

Bindehautentzuendung

Bindehautentzündung / lat. Konjunktivitis

Entzündung der Bindehaut ( Tunica Conjunctiva) des Auges.

Unterschiedliche Ursachen können zugrunde liegen, wie z.B.

Getreidegrannen und Fremdkörper im Futter, Staub oder Sand in der Luft, zugige Kälte, Insekten am Auge, Infektionen, chemische Gifte, Pollen in der Luft etc.

Als eigenständige Erkrankung kann eine Bindehautentzündung ebenso auftreten wie als Folge/ Begleiterscheinung einer anderen Grunderkrankung, z.B. Pferdehusten-Komplex.

Allgemeingeltend können Bindehautentzündungen beim Pferd folgenden Typenklassifizierungen untergeordnet/ zugeordnet werden:

–                    Bindehautentzündungen mit mechanischer Ursache

–                    allergische bedingte Bindehautentzündung

–                    bakterielle Bindehautentzündung

–                    virale Bindehautentzündung

–                    Bindehautentzündung durch Pilze

–                    Bindehautentzündung durch Parasiten

 

Klinisches Bild:

als allgemeine Symptome einer Bindehautentzündung gelten geschwollene und gerötete Bindehäute

eines / beider Augen, vermehrter Tränenfluss/ Augenausfluss (durchsichtig und dünnflüssig auch auch fest, gelblich und eitrig), das erkrankte Auge wird zusammengekniffen,

Lichtscheuheit, (ödematöse)Schwellungen am und ums betroffene Auge herum,

Juckreiz, Brennen und teilweise starke Schmerzen, Schleimhautveränderungen,

membranöse und pseudomembranöse Beläge und Bläschen können entstehen.

 

Diagnose:

Anamnese, eingehende Augenuntersuchung inkl, Schirmer-Test, Überprüfung des Allgemeinzustandes

 

Behandlung:

Je nach Ursache / Typisierung ist ein individueller Behandlungsansatz vonnöten.

Mechanische Reize, Zugluft und Staub sollten generell vermieden werden.

1. Veterinärmedizin:

Reinigung der Augen und Entfernung des Sekrets, Gabe von Antibiotika ( Neomycin-,  Polymycin-, Gentamicin-haltige Präparate), Augentropfen und Salben, schmerzlindernde        Medikamente, ursächliche Behandlung der Grunderkrankung wenn Bindehautentzündung  als Begleiterkrankung festgestellt wurde

 

2. Naturheilkunde / Homöopathie

Präparate mit Augentrost (Euphrasia) als Phytotherapeutikum, z.B. Augentrost-Milchzuckertabletten in der Potenz D2 / täglich 15-20 Tabletten direkt auf die Zunge geben.

Vitamin-A-Supplement, Nachtkerzenöl reguliert die Tränenflüssigkeit des Auges, Kräuter für die Nieren,-und Leberreinigung, z.B. Goldrutenkraut und Labkraut zusammen.

 

Präventionsmaßnahmen:

 

–                    staubiges Einstreu sowie staubiges Heu vermeiden

–                    Stall vor Zugluft schützen

–                    Pferde nicht starkem Wind aussetzen (Weide, Ausritte)

–                    Fliegenkappe aufsetzen

–                    Reiten auf staubigen Sandplätzen vermeiden

–                    Pferde keinem Pollenflug aussetzen

Kehlkopfpfeifen

Kehlkopfpfeifen (Laryngealparalyse)

(halbseitige Kehlkopflähmung, sog. Hemiplegia laryngis)

 

Kehlkopfpfeifen ist eine gestörte Kehlkopffunktion und geht mit einer chron

Tierheilpraktiker Ausbildung

ischen Atemstörung einher. Gestört sind jene Kehlkopffunktionen, die für die Regulation des Luftstroms verantwortlich sind. Zurückzuführen ist die gestörte Kehlkopffunktion auf eine Degeneration der die Kehlkopfmuskeln versorgenden motorischen Nerven.

Bei den Pferden ist zu beobachten, dass langhalsige /große Pferde vermehrt erkranken, zusammenhängend ist dies mit der Degeneration der  linksseitigen Nerven (N. Laryngeus recurrens ) die Erkrankung geht auf eine anatomische Besonderheit langhalsiger Pferde zurück, wobei dieser Nerv extremer Dehnung,- sowie aufgrund der Umschlingung mit Aorta besonderen Druck,-und Zugverhältnissen ausgesetzt ist.(linksseitige Kehlkopflähmung bei 90% der Fälle).

Durch die Lähmung derjenigen Muskeln, welche den Kehlkopf offen halten und beim Schluckvorgang verschließen sinkt ein Teil des Kehldeckels in den Kehlkopf hinein und sorgt für eine Verengung, so dass nur noch ein Bruchteil der Luft durchströmen kann.

Die durch Nervenschädigung in Mitleidenschaft gezogene Stimmfalte reagiert ebenfalls mit Lähmungserscheinungen, die daraufhin im Luftstrom flattert und somit das typische Krankheitsgeräusch erzeugt (siehe klinisches Bild).

Durch die verlegten /verengten Atemwege sinkt die Sauerstoffzufuhr bis zu 45% verglichen mit gesunden Tieren, daraus resultiert eine stark eingeschränkte Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit des betroffenen Pferdes, es ist als Sportpferd im Leistungssport nicht mehr einsatzfähig.

Mittelgroße Pferde erkranken aufgrund dessen seltener, Kleinpferde und Ponys so gut wie nie.

 

Kehlkopfpfeifen galt bis zum 1.1.2002 als sogenannter Gewährsmangel.

 

Klinisches Bild:

Bei Inspiration (Einatmung) lautes, hart klingendes Geräusch (Stenosegeräusch), verstärkt bei körperlicher Belastung zu Pfeifen  und Röhren,

Leistungsabfall/ vermehrte Atemzugfrequenz im Galopp (Gangart benötigt am meisten Sauerstoff),  oft einhergehend mit vermehrter Schweißbildung, panisches Verhalten oder Verweigerung verursacht durch die Atemnot.

Behandlung:

eine Wiederherstellung der irreversibel geschädigten Nerven ist nicht möglich!

 

Veterinärmedizin

Zur Sicherung der Diagnose neben klinischem Bild ist eine endoskopische Untersuchung des Kehlkopfes angezeigt, die Behandlung der unheilbaren Lähmung ist nur auf chirurgischem Wege möglich. Man unterscheidet zwischen zwei Verfahren:

 

1. Dauertracheotomie: ein Tracheotubus wird in die Trachea (Luftröhre) implantiert, dadurch Umgehungsatmung des Kehlkopfes direkt in Luftröhre.

Vorteil: Pferd arbeits- und leistungsfähig

Nachteil: Tracheotuben müssen täglich gewechselt werden

2. Laryngoplastik: plastische Operation des Kehlkopfes, die Kehlkopfinnenraum erweitert und ungestörtes

passieren des Luftstroms gewährleistet. Nichts nachteiliges bekannt, OP-Methode äußerst erfolgversprechend.

 

Homöopathie

Wenig bekannt, da OP um Leistungsabfall zu verhindern und Atemarbeit zu gewährleisten unumgänglich. Vereinzelt positive Resultate / Verringerung des Pfeifgeräusches bei Kehlkopfpfeifen durch Gabe von Causticum C15 ( alle 2-3 Tage ca 6 Wochen lang )