Mauke

Mauke  (Fesselekzem / bakterielle Hautentzündung in der Fesselbeuge)

Verantwortlich sind verschiedene, unspezifische Erreger, am häufigsten betroffen sind Pferderassen mit langem Fesselbehang wie z.B. Friesen, Tinker, versch. Robustrassen, die an den Fesseln rassebedingt eine unnatürlich hart verhornte Haut haben,, diese starke Hornhautbildung stört somit den gesunden Feuchtigkeitshaushalt dieser Pferde, Risse oder kleinste Störungen in der Haut begünstigen das Einnisten der Erreger. Als zusätzlich förderlich für Mauke gelten unpigmentierte Fesseln ( weiße Abzeichen). Ein vermehrtes Auftreten ist zudem saisonal in den Wintermonaten zu beobachten, dauerhafte kalte Nässe gilt dafür als verantwortlich, spontane Heiliungstendenz eher selten zu sehen daher neigt zur Chronifizierung.

 

Klinisches Bild:

Wunde, stark juckende, gerötete Haut; übelriechendes Sekret; harte, schorfige Krusten, in denen sich die Entzündung nach untenhin ausbreitet, es entstehen tiefe Löcher, die Beine schwellen in diesem Stadium an, Bewegung fördert Rückgang der Schwellungen; durch die Schwellung entstehen Schmerzen und das Pferd kann lahmen; durch chronischen Entzündungsreiz können über langen Zeitraum die obersten Hautschichten vollständig zerstört werden;

 

 

Behandlung:

Allgemein: Hygiene der Fesselbeuge intensivieren,  Krusten mit fetthaltiger Salbe einreiben, Wunden desinfizieren ( z.B. mit Jod), Verzicht auf Bandagen und Gamaschen, moderate Bewegung,


Veterinärmedizin:

 

Labor:  und Blutbild können mehrere Bakterienarten differenzieren, neben Bakterien kommen Pilze, Milben, Allergien und Viren in Frage, sodann kann anhand der Ursache gezielte Therapie erfolgen wie z.B. Antibiotika, Waschungen mit Mediakemtenlösung etc…

 

Häufig vorkommende kombinierte Infektion verlangt kombinierte Therapieansätze

 

Homöopathie:

Einreibung mit Traumeel-Salbe,Aloe Vera, Ringelblumensalbe, Teebaumöl, Kamilleextrakt,        Retterspitz-Heilsalbe, Sulfur C30 ( täglich 10 Globuli),

Thuja D 12 ( 3 mal täglich ), Panalog ( Kortisonhaltige Salbe),

 

Prophylaxe:

 

Bei Mauke sind die Haltungsbedingungen zu optimieren; d.h. Vermeidung von feuchtem Einstreu; regennasse Weiden ebenso vermeiden wie matschige Paddocks; häufigeres Misten bei Boxenhaltung; Hygienebedingungen grundsätzlich verbessern; zu langen Fesselbehang pflegen und ggf. kürzen;

– kleereiche, fette Weiden meiden

Hilfreich sicher auch die 10 Tipps bei Mauke

 

 

 

Ladendruck

Im weiteren Sinne zählt der Ladendruck zu den Erkrankungen des Pferdes, im engeren Sinne ist es eher als unsachgemäße Behandlung des Pferdes zu bezeichnen.

Die Lade befindet sich im Maul des Pferdes, im Unterkiefer zwischen Schneide,-und Hackenzähnen, dieser zahnlose Raum ist einerseits sehr empfindlich, andererseits werden eben dort Trense und Mundstücke gut angelegt werden, was bei nicht geeignetem Material den Ladendruck auslösen kann. Eine Erkrankung liegt in dem Sinne vor, als dass dadurch eine Entzündung ( akut oder chronisch ) entstehen kann, präzise gesagt handelt sich im medizinischen Sinne also um eine mechanisch ausgelöste, lokale Mundschleimhautentzündung.

Als Auslöser des Ladendruckes können also falsch sitzende oder unpassende Mundstücke ebenso gesehen werden wie harte und heftige Zügelführung.

 

Klinisches Bild:

Entzündete Mundschleimhaut; offene, blutige Wunden; eitrige oder blutige Geschwüre; nicht selten Knochenaufreibungen; Schmerzen; Wehrhaftigkeit gegen Anlegen der Zäumung, Überreaktion bei Zügelführung, Empfindlichkeit im Diastema erhöht

 

Behandlung:

Grundsätzlich besteht die Therapie aus der Vermeidung der Ursachen!

 

Veterinärmedizin:

ratsam ist eine Behandlung durch einen auf Pferde spezialisierten Zahnarzt/ Pferdezahnarzt/ Horse Dentist

 

Naturheilkunde / Homöopathie:

– Traumeel als Tablettenform ( bis zu 10 Stück am Tag)

– Traumeelsalbe im Mund einreiben ( mehrmals am Tag)

 

Prophylaxe / Vorbeugung:

 

Auf eine sanftere Zügelführung ist zu achten bei gut sitzenden, der Größe und Beschaffenheit des jeweiligen Pferdemauls angepassten Mundstücks.

Ruhephasen für das Pferd einplanen (gilt besonders für Schulpferde, Kutschpferde),

regelmäßige Kontrolle des Zahnfleisches, auch zwischenzeitliches reiten mithilfe Trense ohne Mundstück (bei guter Führigkeit) zu empfehlen

 

Equines Sarkoid

Equines Sarkoid ( ES)

Häufigster Hauttumor bei Pferden, lokale, aggressive Tumore, die lediglich äußerlich angesiedelt sind, daher vermehrt ein kosmetisches Problem darstellen, aber nicht die inneren Organe betreffen, d.h.sie metastasieren (verbreiten) sich nicht nach innen, neigen aber stark dazu zu rezidivieren und können sehr schnell nachwachsen.

Am meisten sind schwach behaarte, dünnhäutige Körperpartien betroffen, wie z.B. Ohr, Augenlider, Achsel, Schlauch

Verantwortlich für die Erkrankung ist das sog. „Bovines Papilloma-Virus“, welches über bereits kleinste Hautwunden eindringen kann.

 

Allgemein wird zwischen sechs verschiedenen Formen des Equinen Sarkoids anhand des klinischen Bildes oder histopathologischen Untersuchungen unterschieden:

 

Occultes (verdecktes ) Sarkoid:

Oberflächlichstes und am wenigsten aggressives Erscheinungsbild mit rauhen, haarlosen und runden Hautveränderungen, miteinhergehend leichte Hautverdickung.

 

Verrucöses ( warzenartiges) Sarkoid:

Warzenartige Veränderungen der Hautoberfläche, neigt zu Krustenbildung, wenig aggressiv.

 

Noduläres ( faserbildendes) Sarkoid:

Knoten der Haut oder Unterhaut, meist klar abgegrenzt und manuell gegen das übrige Gewebe verschiebbar

 

Fibroblastisches ( faserbildendes ) Sarkoid:

Gekennzeichnet durch feuchte, blutige Oberfläche, Tumor hat fleischartiges Aussehen der zu schnellen und unkontrolliertem Wachstum neigt, ist eine aggressive Form und kann sich aus anderen Sarkoidformen entwickeln/ transformieren

 

Malevolentes ( bösartiges) Sarkoid:

Strangartige und kotig verdickte Hautveränderungen sichtbar, sehr aggressive Sarkoidform, gekennzeichnet durch das Wachstum in den Lymphbahnen

 

Gemischtes Sarkoid:

Als wenig aggressiv eingestufte Sarkoidformen können nahtlos in aggressive Formen übergehen, eine klare Zuordnung zu einer der o.g. Sarkoidformen ist sodann nicht mehr möglich, genaue Beobachtung seitens der Pferdehalter ist vonnöten.

 

Klinisches Bild:

Allgemein für alle Sarkoidformen gelten folgende Symptome als klassifizierend:

Hautveränderungen jeglicher Art, die sich schuppig, kreisrund angegrenzt oder als kleine Warze beobachten lassen, dabei ist es unabhängig ob diese an der Hautoberfläche und direkt unter der Haut angesiedelt sind.

 

 

Behandlung:

Veterinärmedizin:

die komplette Entfernung des Tumors sollte umfassend und schnellstmöglich vorgenommen werden, unterschiedliche Operationsmethoden kommen individuell der Sarkoidform, der Lokalisation, Größe des Tumors entsprechend zum Einsatz.

Oft kann es selbst nach erfolgreicher Operation zu erneuter Bildung des Tumors kommen, ggf. sogar in einer aggressiveren Form. Je kleiner und weniger aggressiv der Tumor erscheint und je früher er behandelt , also entfernt wird, desto besser stehen die Heilungchancen des Hautkrebses dauerhaft, was aber kein behandelnder Arzt garantieren kann.

Naturheilkunde:

  • Aloe Vera-Saft (pur ) wird täglich auf das Sarkoid aufgetragen,
  • Teebaumöl täglich einreiben , kann Sarkoid zum schrumpfen veranlassen
  • Vitamin C hochdosiert ist bei angegriffenem Immunsystem hilfreich, bekämpft freie Radikale
  • Akupunktur
  • Salbe „XX-Terra & COMP X“, erhältlich in den USA oder über Internet, Wirkstoff Kanadischer Blutwurz und Zinkpaste, täglich äußerlich angewendet bringt Sarkoid zum abfallen
  • Acidium Nitricum D30, 2 mal wöchentlich 10 Tabletten

Grauer Star

Katarakt

 

Trübung der Augenlinse, umgangssprachlich „grauer Star“ genannt.

Durch die Trübung der Linse kann Licht nicht mehr ungehindert zur Netzhaut durchdringen, das Sehvermögen ist je nach Trübung gering bis deutlich eingeschränkt. Blindheit eines Auges entsteht, wenn die Linse absolut getrübt ist.

Als Ursachen gelten neben genetischen Faktoren auch Stoffwechselerkrankungen, Folge chronischer Augenentzündung, traumatische Verletzung, etc.

Man unterscheidet zwischen Totalstar, Kern,-oder Rindenstar je nach Lage und Ausmaß der Trübung.

Beim Totalstar handelt es sich um eine komplette Trübung der Linse, es ist dem Pferd lediglich möglich hell und dunkel zu differenzieren, jedoch kann es keine Gegenstände mehr erkennen, oder lediglich schemenhaft.

Beim Kernstar ist der Linsenkern getrübt, die äußeren Linsenanteile sind klar und durchsichtig, jedoch ist der Kern meist so stark getrübt, dass das Sehvermögen auch in Mitleidenschaft gezogen wird.

Beim Rindenstar hingegen ist die Trübung am äußeren Kapselrand zu lokalisieren, die Sehkraft muss nicht beeinträchtigt sein.

 Klinisches Bild:

Trübung der Linse ( s.o.), Abnahme der Sehschärfe, Blendeempfindlichkeit, langsamer Sehverlust, ggf. Blindheit auf dem betroffenen Auge, Ängstlichkeit, Zögern daher Leistungseinschränkung bzw. eingeschränkte Nutzbarkeit als Reitpferd,

 Behandlung:

1. Veterinärmedizin:

Ultraschall vom Auge, mithilfe eines Elektroretinogramm (ERG) misst er die elektrischen           Ströme auf der Netzhaut, Katarakt-Operation wobei Linsenimplantat eingesetzt wird,

 

2. Homöopathie

besonders im Anfangsstadium als hilfreich erwiesen:

Senecio cineraria Augentropfen, Cineraria Maritima Succus-Augentropfen,

Bryonia alba, Calcium Carbonicum, Calcium fluoratum, Calcium iodatum, Cannabis sativa, Causticum, Conium maculatum, Euphrasia, Natrium muriaticum, Phosphor,

Pulsatilla, Rhus toxicodendron, Naphtalinum

Folgen:

Neben der Einschränkung des Sehvermögens kann eine Trübung der Linse zu Entzündungsreaktionen im Augeninneren führen ( linseninduzierte Uveitis)!

Bindehautentzuendung

Bindehautentzündung / lat. Konjunktivitis

Entzündung der Bindehaut ( Tunica Conjunctiva) des Auges.

Unterschiedliche Ursachen können zugrunde liegen, wie z.B.

Getreidegrannen und Fremdkörper im Futter, Staub oder Sand in der Luft, zugige Kälte, Insekten am Auge, Infektionen, chemische Gifte, Pollen in der Luft etc.

Als eigenständige Erkrankung kann eine Bindehautentzündung ebenso auftreten wie als Folge/ Begleiterscheinung einer anderen Grunderkrankung, z.B. Pferdehusten-Komplex.

Allgemeingeltend können Bindehautentzündungen beim Pferd folgenden Typenklassifizierungen untergeordnet/ zugeordnet werden:

–                    Bindehautentzündungen mit mechanischer Ursache

–                    allergische bedingte Bindehautentzündung

–                    bakterielle Bindehautentzündung

–                    virale Bindehautentzündung

–                    Bindehautentzündung durch Pilze

–                    Bindehautentzündung durch Parasiten

 

Klinisches Bild:

als allgemeine Symptome einer Bindehautentzündung gelten geschwollene und gerötete Bindehäute

eines / beider Augen, vermehrter Tränenfluss/ Augenausfluss (durchsichtig und dünnflüssig auch auch fest, gelblich und eitrig), das erkrankte Auge wird zusammengekniffen,

Lichtscheuheit, (ödematöse)Schwellungen am und ums betroffene Auge herum,

Juckreiz, Brennen und teilweise starke Schmerzen, Schleimhautveränderungen,

membranöse und pseudomembranöse Beläge und Bläschen können entstehen.

 

Diagnose:

Anamnese, eingehende Augenuntersuchung inkl, Schirmer-Test, Überprüfung des Allgemeinzustandes

 

Behandlung:

Je nach Ursache / Typisierung ist ein individueller Behandlungsansatz vonnöten.

Mechanische Reize, Zugluft und Staub sollten generell vermieden werden.

1. Veterinärmedizin:

Reinigung der Augen und Entfernung des Sekrets, Gabe von Antibiotika ( Neomycin-,  Polymycin-, Gentamicin-haltige Präparate), Augentropfen und Salben, schmerzlindernde        Medikamente, ursächliche Behandlung der Grunderkrankung wenn Bindehautentzündung  als Begleiterkrankung festgestellt wurde

 

2. Naturheilkunde / Homöopathie

Präparate mit Augentrost (Euphrasia) als Phytotherapeutikum, z.B. Augentrost-Milchzuckertabletten in der Potenz D2 / täglich 15-20 Tabletten direkt auf die Zunge geben.

Vitamin-A-Supplement, Nachtkerzenöl reguliert die Tränenflüssigkeit des Auges, Kräuter für die Nieren,-und Leberreinigung, z.B. Goldrutenkraut und Labkraut zusammen.

 

Präventionsmaßnahmen:

 

–                    staubiges Einstreu sowie staubiges Heu vermeiden

–                    Stall vor Zugluft schützen

–                    Pferde nicht starkem Wind aussetzen (Weide, Ausritte)

–                    Fliegenkappe aufsetzen

–                    Reiten auf staubigen Sandplätzen vermeiden

–                    Pferde keinem Pollenflug aussetzen

Mondblindheit – Uveitis

Mondblindheit

(equine rezidivierende Uveitis /ERU)

Periodische, wiederkehrende nicht-eitrige innere Augenentzündung speziell beim Pferd, betrifft die Iris  sowie die Aderhaut des Auges ( Uveitis), sowie den Glaskörper und die Linse und kann bis zur vollständigen Erblindung des betroffenen Pferdes führen.

Eine vorausgegangene bakterielle Infektion ( sog. Leptospirose) kann aus möglicher Auslöser in Betracht gezogen werden, eine erhöhte Ansteckungsgefahr konnte außerdem für Pferde nachgewiesen werden, die in moorreichen/sumpfigen Gebieten gehalten werden.

Desweiteren kommn als Überträger Ratten und Mäuse infrage, welche das Futter durchseuchen.

Auch Augenparasiten, Autointoxikationen, ungeklärte, genetische geographische und klimatische Einflüssen müssen berücksichtigt werden. Eine körpereigene Vergiftung durch unvollständig abgebaute Eiweißstoffe, begleitet von Verdauungstörungen kann ebenfalls vorliegen.

Die Aufnahme von verdorbenem Futter, schädlichen Futterbeimischungen, Fäulnis,-und Gärungsprodukten, Schimmelpilzen, Parasitenbefall, Mikrofilarien, aber auch Virusinfektionen, insbesondere der oberen Atemwege können verantwortlich sein.

Die Mondblindheit betrifft meist zuerst ein Auge , geht aber in nicht seltenen Fällen auf das andere Auge über.

 

Klinisches Bild:

 

geschwollene und erhitzte Augenlider, gerötete Bindehaut, Lichtempfindlichkeit, verstärkter Tränenfluss, verengte Pupillen, Hornhautödem, Trübung der vorderen Augenkammer,

Fieber, Teilnahmslosigkeit, wiederkehrende Entzündung (Abstand mehrerer Wochen/Monate ) kann zur Erblindung des betroffenen Auges führen.

Bei einigen Pferden sind nur vereinzelte / schwache Syptomatiken erkennbar so dass die Entzündung meist unbemerkt ablaufen kann,

die Folgesymptome sind jedoch gleich:

Verklebungen der Iris mit der Linse, Narben der Netzhaut, Glaukom, Katarakt ( Trübung der Linse),

kalkige Degeneration ( Trübung der Hornhaut),

 

Diagnose:
Anamnese, Augenuntersuchung, im Rahmen einer Vitrektomie erfolgt ätiologische Diagnose,

 

Behandlung:

 

  1. Veterinärmedizin

steroidhaltige Augentropfen/salben, systemische Therapie mit entzündungshemmenden Medikamenten, Entfernung des Glaskörpers (Vitrektomie), Ciclosporin-Implantation,

 

  1. Homöopathie

Leberstoffwechsel unterstützen= Verabreichung von Lebertees,

Leberentgiftung= Mariendisteltee, Silberdisteltee,

bei Geldsucht = Waldehrenpreistee, Hopfentee

Fieber = Lindenblütentee

Euphrasia Augentropfen,

in mittlerer bis hoher Potenz:

Arn., Apis., Bell., Bor., Con., Euphr., Hep., Kali-bi., Merc., Merc-c., Phyt., Puls., Sulf.,

 

  1. Akupunktur

 

Dü.1,  Bl. 1,2,3,8,9,18,58,64,65,67,  Ni. 11,13,14,  KS. 6,7, LG.8, 23,  3E.4,6,23, Lu. 9,  Di.1, 5,   Gb.1,8,11,14,15,16,17,20,37,40,  Le. 1,2,3,  Ma. 1,2,3,4,7,8,

Massage:

(bei Verdauungsstörungen):Di.2,3,  Ma.36,27,  MP. 4,  Bl. 22,47,  Ma. 25,  Le.13,  KG.12

(bei Lebererkrankungen): Di.13,  Ma. 45,  Dü.3,8,  Bl. 17,18,19,21,22,48  Le.13,14, KS.6,7,

MP. 1,4,5,6,  LG. 9,14,20,  KG. 12, 14,

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Rotz – Malleus

Rotz ist eine meist chronisch verlaufende, seuchenhafte, durch Bakterien verursachte  Infektionskrankheit. Verursacher ist das stäbchenförmige Bakterium Burkholderia mallei.

 

Einmal in den Körper gelangt, vermehren sie sich sehr rasch und breiten sich nach und nach auf immer mehr Organe des Pferdes aus, meist über Futter, Tränkwasser,  Einstreu etc. gelangen sie in die Rachen,-und Darmschleimhaut, befallen umliegende Lymphknoten. Ein anderer Übertragungsweg sind offene Wunden.

Bei diesem über die Jahre immer seltener auftretenden Krankheitsbild handelt es sich um eine Zoonose, auch andere Tiere und Menschen  können sich anstecken, der Verlauf beim Menschen kann tödlich enden.

Rotz kann neben latenten Infektionen akut oder chronisch verlaufen.

Man unterscheidet folgende Typen des Rotzes:

–                    Hautrotz : Malleus farciminosus

–                    Nasenrotz: Malleus Humidus

–                    Lungenrotz: Malleuspneumonie

 

! Alle drei Formen gehen häufig nahtlos ineinander über!

 

Bei gesicherter Erkrankung an Rotz besteht die Meldepflicht.

 

Klinisches Bild:

 

allgemein:

Husten, gräulich-weißen bis gräulich-gelben Nasenausfluss, (eitrige)Geschwüre auf der Haut und den Schleimhäuten die zu Narben führen können, schubhaftes Fieber, Abmagerung, Bewegungsunlust, knotig-verdickte Lymphdrüsen im Kehlgang (  beim Rotz im Gegensatz zur Druse sind diese nicht schmerzhaft),

 

akuter Verlauf ( gehäuft bei Eseln&Maultieren, seltener bei Pferden):

hohes Fieber , Lymphknoten und Drüsen ( Kehlgang und benachbarte) sind geschwollen, schmerzhaft mit Abzessbildung, Schleimhäute der Nase, Nebenhöhlen, Luftröhre, Kehlkopf, Schlundkopf sowie auf der Haut sind mit großflächigen, jauchig-geschwürigen Belägen überzogen,

Es kann zum Hautgangrän kommen-handtellergroße Flächen in der Haut sterben ab, zentralnervöse Symptome, Verlauf  meist innerhalb 7-14Tage tödlich

 

chronischer Verlauf:

schubweise auftretendem leichten Fieber und Husten, Atemnot, Wassereinlagerungen an Hinterbeinen ( Elephantiasis malleosa), entzündete und geschwollene Lymphknoten ,Entzündung der Hoden sowie Schwellungen des Hodensacks und äußerer Genitalien, Rotzherde innerhalb der Knochen führen zu erhöhter Kochenbrüchigkeit

 

Diagnose:

Aufgrund höchst variablen Krankheitsbildes rein äußerlich schwer zu diagnostizieren / von Druse zu unterschieden. Verdachtsdiagnose beim Vorliegen der  für die Erkrankung typischen Veränderungen im Nasenbereich sowie Vorhandensein einzelner Symptomkomplexe. Der Vorbericht ist von großer Bedeutung. Bildgebende Verfahren (Röntgen) geben Aufschluss bei Beteiligung innerer Organe oder Knochen. Histoligischer Nachweis / pathologisch-anatomischer Nachweis der rotztypischen Granulome.

 

Behandlung:

Da Rotz zu den meldepflichtigen Tierseuchen zählt sind jegliche Behandlungsversuche erkrankter Tiere in Deutschland verboten. Infizierte Tiere werden umgehend getötet und so entsorgt, dass sie weder Mensch noch Tier anstecken können.

Kehlkopfpfeifen

Kehlkopfpfeifen (Laryngealparalyse)

(halbseitige Kehlkopflähmung, sog. Hemiplegia laryngis)

 

Kehlkopfpfeifen ist eine gestörte Kehlkopffunktion und geht mit einer chron

Tierheilpraktiker Ausbildung

ischen Atemstörung einher. Gestört sind jene Kehlkopffunktionen, die für die Regulation des Luftstroms verantwortlich sind. Zurückzuführen ist die gestörte Kehlkopffunktion auf eine Degeneration der die Kehlkopfmuskeln versorgenden motorischen Nerven.

Bei den Pferden ist zu beobachten, dass langhalsige /große Pferde vermehrt erkranken, zusammenhängend ist dies mit der Degeneration der  linksseitigen Nerven (N. Laryngeus recurrens ) die Erkrankung geht auf eine anatomische Besonderheit langhalsiger Pferde zurück, wobei dieser Nerv extremer Dehnung,- sowie aufgrund der Umschlingung mit Aorta besonderen Druck,-und Zugverhältnissen ausgesetzt ist.(linksseitige Kehlkopflähmung bei 90% der Fälle).

Durch die Lähmung derjenigen Muskeln, welche den Kehlkopf offen halten und beim Schluckvorgang verschließen sinkt ein Teil des Kehldeckels in den Kehlkopf hinein und sorgt für eine Verengung, so dass nur noch ein Bruchteil der Luft durchströmen kann.

Die durch Nervenschädigung in Mitleidenschaft gezogene Stimmfalte reagiert ebenfalls mit Lähmungserscheinungen, die daraufhin im Luftstrom flattert und somit das typische Krankheitsgeräusch erzeugt (siehe klinisches Bild).

Durch die verlegten /verengten Atemwege sinkt die Sauerstoffzufuhr bis zu 45% verglichen mit gesunden Tieren, daraus resultiert eine stark eingeschränkte Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit des betroffenen Pferdes, es ist als Sportpferd im Leistungssport nicht mehr einsatzfähig.

Mittelgroße Pferde erkranken aufgrund dessen seltener, Kleinpferde und Ponys so gut wie nie.

 

Kehlkopfpfeifen galt bis zum 1.1.2002 als sogenannter Gewährsmangel.

 

Klinisches Bild:

Bei Inspiration (Einatmung) lautes, hart klingendes Geräusch (Stenosegeräusch), verstärkt bei körperlicher Belastung zu Pfeifen  und Röhren,

Leistungsabfall/ vermehrte Atemzugfrequenz im Galopp (Gangart benötigt am meisten Sauerstoff),  oft einhergehend mit vermehrter Schweißbildung, panisches Verhalten oder Verweigerung verursacht durch die Atemnot.

Behandlung:

eine Wiederherstellung der irreversibel geschädigten Nerven ist nicht möglich!

 

Veterinärmedizin

Zur Sicherung der Diagnose neben klinischem Bild ist eine endoskopische Untersuchung des Kehlkopfes angezeigt, die Behandlung der unheilbaren Lähmung ist nur auf chirurgischem Wege möglich. Man unterscheidet zwischen zwei Verfahren:

 

1. Dauertracheotomie: ein Tracheotubus wird in die Trachea (Luftröhre) implantiert, dadurch Umgehungsatmung des Kehlkopfes direkt in Luftröhre.

Vorteil: Pferd arbeits- und leistungsfähig

Nachteil: Tracheotuben müssen täglich gewechselt werden

2. Laryngoplastik: plastische Operation des Kehlkopfes, die Kehlkopfinnenraum erweitert und ungestörtes

passieren des Luftstroms gewährleistet. Nichts nachteiliges bekannt, OP-Methode äußerst erfolgversprechend.

 

Homöopathie

Wenig bekannt, da OP um Leistungsabfall zu verhindern und Atemarbeit zu gewährleisten unumgänglich. Vereinzelt positive Resultate / Verringerung des Pfeifgeräusches bei Kehlkopfpfeifen durch Gabe von Causticum C15 ( alle 2-3 Tage ca 6 Wochen lang )

Druse Behandlung

Druse ( Pferd)

 

Andere Bezeichnungen für die Druse als Pferdekrankheit sind  „Coryza contagiosa equorum“ und „Adenitis equorum“.

Bei der Erkrankung handelt es sich um eine sehr ansteckende Infektionskrankheit der oberen Atemwege des Pferdes, verursacht durch das Bakterium Streptococcus equi. Am häufigsten tritt sie bei jüngeren Pferden auf, aber auch ältere Pferde können erkranken. Der Erreger verbreitet sich im Tier über Blut und Lymphe, die Inkubationszeit beträgt 3-14 Tage.

Klinische Anzeichen:

Zuerst kommt es zu hohem Fieber , weiter treten Apathie, Inappetenz, feuchtem Husten, Katarrh der Nase mit schleimig-eitrigem Nasenausfluss uns häufig zu einer Vereiterung der zugehörigen Kopflymphknoten zu erkennen. Eine Vereiterung des Luftsacks kann durch Befall der Kehlkopflymphknoten entstehen wenn die Erkrankung auf den Luftsack übergreift.

Ein bis zwei Wochen nach den ersten klinischen Anzeichen brechen die Lymphknoten auf und Eiter entleert sich nach aussen in den Luftsack mit Folge einer deutlichen klinischen Verbesserung der Symptome und absenken des Fiebers.

Komplikationen:

In 10-20 % der Fällen kommt es zu Komplikationen im Heilungsverlauf, selten folgt eine Streuung der Abzesse in Leber, Milz, Nieren, Gehirn oder Darmlymphknoten.

Das sog. Petechialfieber ist als weitere Komplikation eine Reaktion des Immunsystems auf Bestandteile der Bakterien wobei es zu punktuellen Blutungen, geschwollenem Kopf und Schwellungen mit feuchter Sekretion an den Beinen kommt.

 

Diagnose:

Als Verdachtsdiagnose aufgrund der klinischen Symptome gestellt. Ggf. erweist sich eine Endoskopie der Luftsäcke als angezeigt. Als beweisbringend gelten bakteriologische Nachweise der Krankheitserreger aus Eiter, auch wenn der Erfolg dieser Methode nicht immer sichergestellt werden kann.

 

Behandlungsformen:

allgemein/Management im Betrieb:

Isolierte Haltung der Pferde in trockener, warmer Umgebung bei strikter Boxenruhe.

Die Fütterung von Mash ist vorteilhaft , das dieses leicht abgeschluckt werden kann.

  • Veterinärmedizin:

zum Einsatz kommen entzündungshemmende und fiebersenkende Medikamente, Verabreichung von Antibiotika.

  • Naturheilkunde:

Hepar sulfuris ist ein wichtiges Mittel bei Druse. Auch Mercurius, bei Abszessbildung Apis und  bei Fieber Belladonna werden eingesetzt.

Der Einsatz von Kartoffelwickeln führt zum Reifen der Abzesse.

 

Die Naturheilmittel sind nur unterstützend vetrinärmedizinischen Therapie einzusetzen!

 

Druse-Prophylaxe:

Abwehrkräfte stärken, vitaminreiche Fütterung, Stallhygiene , artgerechte Haltung, Reduzierung der Stressfaktoren.

 

zusätzlicher Hinweis:

Strenge Beobachtung und Vorsicht ist geboten bei Importspferden aus Ost-Ländern, dort kann aus Sicherheitsgründen eine vorübergehende Quaratäne-Boxenhaltung angezeigt sein, da es hier häufiger zur Übertragung der Druse kommt !