Sommerekzem

Das Sommerekzem ist eine Hauterkrankung bei Pferden, die vermehrt in den Monaten April-Oktober in Erscheinung tritt.

Pferde und Ponys der unterschiedlichsten Rassen sind gleichermaßen betroffen.

Als Hauptursache gelten Stiche der sog. Gnitzen oder Kriebelmücken, wobei  nicht der mechanische Reiz durch den Stich , sondern die allergische Reaktion auf die Speichelsekrete der Mücke das Auftreten des Ekzems evoziert.

Grundsätzlich sind aber endogene (innere) wie exogene (äußere) Faktoren zu berücksichtigen, die dieses Krankheitsbild charakterisieren. Stoffwechselstörungen, Stress und Überempfindlichkeiten sind ebenso beeinflussend und zeigen die tatsächliche Komplexität der Erkrankung, die der Neurodermitis beim Menschen von der Symptomatik her sehr zu ähneln scheint.

Eine genetische Disposition in Form von Vererbbarkeit der Veranlagung / Allergieneigung zum Sommerekzem kann nicht ausgeschlossen werden.

Beim Pferd sind die Körperstellen mit senkrechter Behaarung wie Schweifrübe und Mähnenkamm am häufigsten betroffen.

Die dämmerungsaktiven Mücken begründen die Unruhe betroffener Pferde in den frühen Morgen, -sowie späten Abendstunden.

Klinisches Bild:

  • Panik bei heranfliegenden Kriebelmücken
  • innere Unruhe in Abendstunden
  • starker Juckreiz -> dadurch scheuern an harten Gegenständen ohne Unterlass bis wunde, kahle Stellen entstehen
  • Schwellungen am Haaransatz
  • Haarausfall

Achtung! Ähnliche und teilweise identische Symptome zeigen sich auch bei anderen Krankheitsbildern, wie z.B. Wurm,-und Ungezieferbefall, Pilzerkrankungen, als Folge von Mineralstoffmangel oder Mangel an Spurenelementen!

Diagnose:

Klinisches Bild, durch Blutbild Ausschluss anderer möglicher Krankheitsbilder

Behandlung:

Allgemein:

  • eingeschränkter Weidegang( Morgen und Abendstunden aussparen)
  • artgerechte Bewegung
  • Ekzemerdecke mit Hals und Brustteil und ggf, Kopfteil für Ekzemer
  • zur Fliegenabwehr Sprays oder Gels verwenden

Fütterungsempfehlung:

  • Verzicht auf eiweissreiches Futter
  • Spezialfuttermittel für Ekzemer verwenden
  • Kräuterzusätze wie Algenmikronat beimischen

 

Veterinärmedizin:

  • Kortikosteroide
  • Histamine
  • Einreibungen mit Lotionen und Ölen
  • Behandlung eventuell vorhandener Sekundärinfektionen

Homöopathie:

  • Arsenicum album in ansteigender Potenz, – Sulfur C30 (jeden dritten Tag 10 Tropfen),
  • Acidum fluoricum D6, -Berberis D6 ( bei nässenden Ekzemen),
  • Alleosal: Apis mellifica C6, Arsenicum jodatum C12, Urtica urens C6 ( subkutan injiziert)
  • Dermisal: Sulfur C 30 (subkutan injiziert)
  • Einreibungen mit Öl, geeignet ist Fischöl gemischt mit Pflanzenöl oder auch geruchsneutrales Babyöl

Alternative Behandlungsmethoden:

Eine direkte Behandlungsmethode des frischen Stichs der Kriebelmücke aus dem Humanbereich ist die Nutzung von Wärme. Hier kommt „Bite away“ bspw. zum Einsatz. Komplett ohne Chemie wird durch die lokale Erhitzung des frisch gestochenen Bereiches (Gerinnung der Proteine). Wird beim Menschen bei der DLRG eingesetzt.In der TCM wird kann hier eine Art  Moxibustion verwendet werden. Der Juckreiz ist durch die punktuelle Wärmebehandlung sofort weg und das Scheuern des Pferdes mit dem Hang zum Sommerekzem entfällt natürlich.

Sommerekzem Pferd

Sommerekzem – Ursache:

Das Sommerekzem entsteht durch die allergische Reaktion vom Pferd durch den Speichel von Insekten bei Insektenstichen. Hierbei sind Kribelmücken und Gnitzen häufige Verursacher. Die juckenden Stellen werden durch die Pferde wundgescheuert und es kann zu Sekundärinfektionen kommen. Insbesondere Islandpferde / Islandponys sind häufig von dieser Krankheit befallen.

Sommerekzem – Behandlung:

Zur Prophylaxe werden neben dem Einsatz von speziellen Ekzemer-Decken auch diverse Mittel (Sprays, Salben, etc.)angeboten, die den Befall des Pferdes durch die Insekten verhindern sollen. Diese sind mehr oder weniger wirksam.

Sommerekzem – Homöopathie / Phytotherapie

Im Bereich der Homöopathie wird beim Sommerekzem des Pferdes Apis Mellifica C 6, Arsenum jodatum C 12, Sulfur C 30 und Urtica urens C 6 durch den Tierheilpraktiker eingesetzt.

Phytotherapeutisch werden Kräuter vom Tierheilpraktiker eingesetzt, die Leber – Löwenzahnkraut, Nieren – Brennessel und Magen-Darm – Knoblauch stärkend bzw. reinigend wirken.

Hinweis:

Das Verabreichen von homöopathischen oder phytotherapeutischen Mitteln sollte nicht ohne Ausbildung und sonst nur unter Rücksprache mit einen TA / Tierheilpraktiker erfolgen. Weitere Informationen zum Sommerekzem hier.