Rotz – Malleus

Rotz ist eine meist chronisch verlaufende, seuchenhafte, durch Bakterien verursachte  Infektionskrankheit. Verursacher ist das stäbchenförmige Bakterium Burkholderia mallei.

 

Einmal in den Körper gelangt, vermehren sie sich sehr rasch und breiten sich nach und nach auf immer mehr Organe des Pferdes aus, meist über Futter, Tränkwasser,  Einstreu etc. gelangen sie in die Rachen,-und Darmschleimhaut, befallen umliegende Lymphknoten. Ein anderer Übertragungsweg sind offene Wunden.

Bei diesem über die Jahre immer seltener auftretenden Krankheitsbild handelt es sich um eine Zoonose, auch andere Tiere und Menschen  können sich anstecken, der Verlauf beim Menschen kann tödlich enden.

Rotz kann neben latenten Infektionen akut oder chronisch verlaufen.

Man unterscheidet folgende Typen des Rotzes:

–                    Hautrotz : Malleus farciminosus

–                    Nasenrotz: Malleus Humidus

–                    Lungenrotz: Malleuspneumonie

 

! Alle drei Formen gehen häufig nahtlos ineinander über!

 

Bei gesicherter Erkrankung an Rotz besteht die Meldepflicht.

 

Klinisches Bild:

 

allgemein:

Husten, gräulich-weißen bis gräulich-gelben Nasenausfluss, (eitrige)Geschwüre auf der Haut und den Schleimhäuten die zu Narben führen können, schubhaftes Fieber, Abmagerung, Bewegungsunlust, knotig-verdickte Lymphdrüsen im Kehlgang (  beim Rotz im Gegensatz zur Druse sind diese nicht schmerzhaft),

 

akuter Verlauf ( gehäuft bei Eseln&Maultieren, seltener bei Pferden):

hohes Fieber , Lymphknoten und Drüsen ( Kehlgang und benachbarte) sind geschwollen, schmerzhaft mit Abzessbildung, Schleimhäute der Nase, Nebenhöhlen, Luftröhre, Kehlkopf, Schlundkopf sowie auf der Haut sind mit großflächigen, jauchig-geschwürigen Belägen überzogen,

Es kann zum Hautgangrän kommen-handtellergroße Flächen in der Haut sterben ab, zentralnervöse Symptome, Verlauf  meist innerhalb 7-14Tage tödlich

 

chronischer Verlauf:

schubweise auftretendem leichten Fieber und Husten, Atemnot, Wassereinlagerungen an Hinterbeinen ( Elephantiasis malleosa), entzündete und geschwollene Lymphknoten ,Entzündung der Hoden sowie Schwellungen des Hodensacks und äußerer Genitalien, Rotzherde innerhalb der Knochen führen zu erhöhter Kochenbrüchigkeit

 

Diagnose:

Aufgrund höchst variablen Krankheitsbildes rein äußerlich schwer zu diagnostizieren / von Druse zu unterschieden. Verdachtsdiagnose beim Vorliegen der  für die Erkrankung typischen Veränderungen im Nasenbereich sowie Vorhandensein einzelner Symptomkomplexe. Der Vorbericht ist von großer Bedeutung. Bildgebende Verfahren (Röntgen) geben Aufschluss bei Beteiligung innerer Organe oder Knochen. Histoligischer Nachweis / pathologisch-anatomischer Nachweis der rotztypischen Granulome.

 

Behandlung:

Da Rotz zu den meldepflichtigen Tierseuchen zählt sind jegliche Behandlungsversuche erkrankter Tiere in Deutschland verboten. Infizierte Tiere werden umgehend getötet und so entsorgt, dass sie weder Mensch noch Tier anstecken können.

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